08.06.2017

Frauen in der Kommunalpolitik

Helene Weber Kolleg als Beispiel guter Praxis in britischer Studie vorgestellt. EAF-Director Uta Kletzing hat die Studie als Expertin begleitet.

Engagierte Politikerinnen im Helene Weber Kolleg

Das britische Forschungsinstitut IPPR untersucht in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung die Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik in Großbritannien und in Deutschland. EAF-Director Uta Kletzing hat die Studie als Expertin begleitet.

Die Studie des Institutes for Public Policy Research (IPPR) vergleicht die Anteile von Politikerinnen in Großbritannien und in Deutschland miteinander. Frauen machen nur 33 Prozent der Gemeinderäte in England, 27 Prozent in Wales und 24 Prozent in Schottland aus – in Deutschland sind es durchschnittlich 24 Prozent in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern. Kommunale Spitzenämter sind noch seltener weiblich besetzt: hier beträgt der Frauenanteil in England nur 15 Prozent während er in Deutschland mit 9,6 Prozent noch niedriger ist. Eines haben die Zahlen aus beiden Ländern gemeinsam – sie zeigen eine signifikante Unterrepräsentanz von Frauen in den Kommunalparlamenten. Dies ist umso gravierender, wenn man bedenkt, dass vor allem Frauen auf kommunale Infrastrukturen wie etwa Kindertagesstätten, Schulen oder der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.

Good Practice aus Deutschland: EAF Berlin mit dem Helene Weber Kolleg

Die Studie fragt u.a. danach was beide Länder voneinander lernen können. Sie stellt verschiedene bereits erfolgreich erprobte kommunale Projekte und Programme vor, die vor allem Frauen zur politischen Partizipation ermutigen sollen. Eines dieser Programme ist das von der EAF Berlin mitinitiierte Helene Weber Kolleg (HWK). Das parteiübergreifende Netzwerk engagiert sich für mehr Frauen in der Politik und stärkt kommunalpolitisch aktive Frauen. „Für Frauen ist es eine sehr wichtige Erfahrung, sich mit Frauen anderer Parteien zu vernetzen und zu erkennen, dass die weibliche Unterrepräsentanz ein parteiübergreifendes Problem ist“, sagt EAF-Director und HWK-Projektleiterin Uta Kletzing. „Die Parteien sind die wichtigsten Akteure, wenn es darum geht, Frauen für Politik zu gewinnen. Das gilt sowohl für Großbritannien als auch für Deutschland“, so Kletzing weiter.

Hier finden Sie die gesamte IPPR-Studie (in englischer Sprache).

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