Reverse Mentoring

Reverse Mentoring 2017

Kommunalpolitikerinnen lernen von Social-Media Expertinnen

„Mehr Politikerinnen ins Netz!“ – unter diesem Motto steht das Reverse Mentoring-Programm des Helene Weber Kollegs. Das Besondere: die Generationenverhältnisse werden umgedreht. Im Reverse Mentoring lernen erfahrene Kommunalpolitikerinnen, denen als digital immigrants oft der natürliche Zugang zu sozialen Netzwerken fehlt, von meist jüngeren Social Media Expertinnen, den digital natives, wie sie soziale Medien besser für ihre politische Arbeit nutzen können.

Was bieten soziale Medien Kommunalpolitikerinnen konkret? Können Wähler/innen durch soziale Medien mobilisiert werden? Wie zeit- und betreuungsintensiv ist eine professionelle Social Media-Präsenz und wer kommt an welcher Plattform nicht vorbei? Ob Twitter, Facebook, Blogs oder Instagram, die Mentorinnen zeigen den Kommunalpolitikerinnen, wie sie Online-Dienste besser für ihre politische Arbeit nutzen können.

Auftaktveranstaltung

Zum Programmstart hatten die Tandems Gelegenheit an verschiedenen Social-Media-Workshops teilzunehmen wie etwa zu den Themen Politik vs. Privatsphäre bei Facebook, Instagram für Einsteigerinnen oder Story-Telling für Fortgeschrittene. Sie erhielten Einblicke in Trends, Grenzen und Herausforderungen der Kommunikation in den sozialen Netzwerken. Beispielsweise sprach Anja Türkan, Referentin für Onlinekommunikation und Digitale Strategie bei der CDU-Bundesgeschäftsstelle über social bots und fake news und deren potenziellen Einfluss auf die Bundestagswahl 2017. Und Jona Hölderle, Gründer von Pluralog, stellte seine Tätigkeit im Bereich Online-Marketing und Social-Media für Nichtregierungsorganisationen vor. Außerdem stand ein photowalk durch Ostberlin auf dem Programm. Gemeinsam mit Instagram-Profis folgten die Mentees und Mentorinnen den Spuren der Geschichte und lernten dabei, das Medium professionell zu nutzen.

Unsere Mentorinnnen

Das Mentoring Programm lebt von dem Engagement unserer tollen Mentorinnen, die sich oftmals über das Programm hinaus in weiteren zahlreichen Projekten engagieren. Hier stellen wir sukzessive das Engagement einiger unserer Mentorinnen vor:

Mentorin Sophie Charlotte Rieger betreibt mit viel Überzeugung und Leidenschaft den feministischen Filmblog: FILMLÖWIN. Es ist der bislang einzige feministische Filmblog im deutschsprachigen Internet und widmet sich der Sichtbarmachung von Filmfrauen sowie der feministischen Filmkritik.

Mentorin Carla Pieper engagiert sich für Daheim: Eine Art digitales Sprachcafé für Zugezogene und Einheimische. Nach dem Motto: Wir müssen miteinander reden, um uns zu verstehen, soll „Daheim“ ein Ort der offenen Begegnung sein, der Sprachpraxis und interkulturellen Austausch fördert. Reden kann jeder, fangen wir an!

Mentorin Claudia Bröse bietet mit ihrer Freiwilligen-Agentur Usinger Land, eine Anlaufstelle in der Region für freiwilliges Engagement. Die Agentur ist ein unabhängiges, trägerneutrales Kompetenzzentrum für bürgerschaftliches Engagement. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Verbänden und Initiativen, aber auch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, will Sie und ihr Team zu einer Stärkung von Gemeinschaft, Gemeinsinn und Bürgerpartizipation beitragen.

Reverse Mentoring 2016

Der erste Durchgang des Mentoring-Programms des Helene Weber Kollegs startete im Oktober 2015 für vierzehn Tandems.  

„Eine tolle Tandempartnerin hat mich mit viel Zeit, Einfühlungsvermögen und Engagement in die Welt der sozialen Medien eingeführt. Und jetzt habe ich immerhin einen Facebook-Auftritt und eine Homepage. Ohne die Unterstützung durch das Mentoringprogramm hätte ich mich vermutlich immer noch nicht in diese Welt gewagt“ (Elke Zimmer, Mentee 2016).

Auftakt: Mentees und Mentorinnen kommen zusammen

Zum Start ins Mentoring Programm erwartete die Teilnehmerinnen ein abwechslungsreiches Programm. Unter anderem beantworteten Twitter-Expertin Kübra Gümüsay, der Geschäftsführer von openPetition Jörg Mitzlaff und Jeannette Gusko, die Pressesprecherin von change.org Deutschland den Mentees und Mentorinnen ihre Fragen rund um die sozialen Medien. Im Fokus der Diskussion stand die Frage, wie Kommunalpolitikerinnen soziale Medien für ihre politische Arbeit nutzen können. Am darauffolgenden Tag war dann Zeit zum Ausprobieren. Die Gruppe mit startete mit einem Photowalk durch Berlin. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Mentees und Mentorinnen mit professionellen Instagrammer/innen auf die Suche nach den Spuren der Macht und lernten Instagram so hautnah kennen. Nach intensiver Tandemarbeit endete das Auftaktseminar mit einer Expertinnen-Sprechstunde: Nasanin Bahmani, Datenschutz- und Social-Media-Beraterin, beantwortete alle noch offen gebliebene Fragen der Teilnehmerinnen. 

Halbzeit: Mentorinnen trafen sich in Berlin zur Zwischenbilanz

Im Januar 2016 trafen sich die Mentorinnen des Reverse Mentorings "Mehr Politikerinnen ins Netz" zur Halbzeitreflexion und Zwischenbilanz in Berlin wieder. Drei Monate nach dem Start der Mentoring-Beziehung, war es außerdem Zeit, sich für das ehrenamtliche Engagement der Mentorinnen zu bedanken. In einem Workshop der Sprech- und Präsentationstrainerin Ulrike Völger konnten die Mentorinnen ihre Auftrittskompetenz schulen. „Ich bin richtig motiviert hier weiterzuarbeiten“, resümiert eine Mentorin. Abends kamen die Social Media-Expertinnen noch mit Filmkritikerin Sophie Charlotte Rieger und Patricia Romanowsky, stellvertretende Leiterin der Online-Kommunikation der CDU/CSU-Fraktion zum informellen Kaminabend zusammen. „Social Media gehört auf Bundesebene einfach dazu“, so Romanowsky. Filmkritikerin Rieger sprach über Geschlechterklischees auf der Leinwand.

Am Tag darauf ging es um Reflexion: Wie gut läuft die Zusammenarbeit im generationsübergreifenden Tandem? EAF Director Manuela Möller beantwortete offene Fragen der Teilnehmerinnen und gab individuelle Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Tandem. „Besonders gut hat mir gefallen, dass wir viel Zeit hatten uns untereinander besser kennenzulernen und auszutauschen“, beschrieb eine Mentorin das Wochenende im Rückblick.

Abschluss: Tandems haben viel dazu gelernt

Im Mai 2016 endete der erste Pilotdurchgang mit einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch der Mentees und Mentorinnen in Berlin. Herausforderungen und Erfolge wurden im Plenum besprochen. „Das Reverse Mentoring war für mich persönlich auch beruflich eine sehr große Bereicherung. Ich habe tolle Einblicke in die Arbeit der Kommunalpolitik gewonnen,“ so eine der Mentorinnen.