HELENE WEBER KOLLEG

Das HWK - Unterstützung und Vernetzung von Frauen in der Politik

„Mehr Frauen in die Parlamente!“ – das ist das Ziel des Helene Weber Kollegs (HWK). Denn während Politikerinnen und Politiker öffentlich über eine Frauenquote in den Aufsichtsräten der großen Wirtschaftsunternehmen streiten, schauen sie gleichzeitig oftmals über die Probleme vor der eigenen Haustür hinweg. Egal ob im Bundestag, in den Landtagen, Stadt- oder Kreistagen – Frauen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Das HWK hilft, das zu ändern.

Das HWK ist die erste bundesweite und parteiübergreifende Plattform für engagierte Frauen in der Politik. Wir setzen uns ein für mehr Frauen in politischen Führungs- und Entscheidungspositionen, für mehr Frauen in der Politik. Einen besonderen Fokus legen wir hierbei auf die Kommunalpolitik. Gerade hier, wo die Demokratie ihre Basis hat, werden Männer und Frauen gleichermaßen gebraucht. Doch nur ein Viertel der kommunalen Parlamentssitze ist von Frauen besetzt. In manchen Kommunen sieht es noch düsterer aus, dort sind nicht einmal 10 Prozent der Mandate von Frauen besetzt.

Höchste Zeit zu handeln also! Deshalb startete die EAF gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 2008 die Kampagne FRAUEN MACHT KOMMUNE. Ziel war es, engagierte Frauen zur Übernahme eines Mandats in ihren Kommunen zu mobilisieren. Um das Engagement dieser aktiven Frauen zu würdigen, rief das BMFSFJ im Jahr 2009 den Helene Weber Preis ins Leben. Jeweils eine Hauptpreisträgerin und 14 weitere Preisträgerinnen wurden 2009 und 2011 für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet. Sie profitieren seitdem nicht nur persönlich von der Auszeichnung und der damit verbunden Förderung, sondern wirken selbst als Vorbilder für andere Frauen, sich stärker für ihre Interessen einzusetzen und den Schritt in die Politik zu wagen.

2013 wurde die Fortführung und Weiterentwicklung des Helene Weber-Kollegs ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben: "Den Helene Weber Preis und das Helene Weber Kolleg werden wir weiter fördern, um eine höhere Repräsentanz von Frauen in der Politik und den politisch entscheidenden Gremien zu erreichen und Frauen insgesamt den Weg in die Politik zu ebnen."

In den letzten Jahren hat sich im Rahmen des Helene Weber Kolleg ein Netzwerk von engagierten Kommunalpolitikerinnen etabliert, das nicht nur die Vernetzung untereinander sondern auch die Stärkung anderer Frauen zum Ziel hat. Die Preisträgerinnen sind zum Beispiel als Mentorinnen aktiv, führen in ihren Kommunen verschiedenen Aktionen zum Thema "Frauen und Politik" durch und unterstützen vor allem junge Frauen und Neueinsteigerinnen auf ihrem Weg in die Politik. 

Das im Jahr 2011 ins Leben gerufene Helene Weber Kolleg bietet nun schon seit zwei Jahren die passende bundesweite und parteiübergreifende Plattform, um dieses Netzwerk der Preisträgerinnen weiter zu stärken und noch mehr Frauen in die Parlamente zu holen. Nicht nur in den Kommunen, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. Mit dem Projekt „Demokratie braucht Frauen“ ist die EAF mit dem Helene Weber Kolleg und in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und dem BMFSFJ seit 2012 auch international aktiv und unterstützt Frauen in Tunesien, die im Zuge der Bewegung des arabischen Frühlings für ihre Interessen und politischen Rechte kämpfen. 

Folgende Ziele verfolgt das HWK mit seiner Arbeit

  • mehr Frauen für die (Kommunal-)Politik gewinnen
  • Einstiegs- und Aufstiegschancen von Frauen in der Politik verbessern
  • Austausch und Kooperation von Frauen in der Politik fördern

Die Angebote des Helene Weber Kollegs im Überblick

Helene Weber Preis: Der Helene Weber Preis ist eine Auszeichnung für herausragende Kommunalpolitikerinnen und wurde bisher zwei Mal vom BMFSFJ verliehen. Mit dem Preis ist die konkrete Förderung der Preisträgerinnen verbunden. Neben der Vergabe des Preisgeldes in Höhe von 10.000 Euro für die Hauptpreisträgerin, erhalten alle Preisträgerinnen ein individuelles Coaching zur Planung ihrer politischen Laufbahn sowie Trainings und Unterstützung beim Aufbau ihres Netzwerks. Die Preisträgerinnen wirken im HWK als Vorbilder und Botschafterinnen für mehr Frauen in der Kommunalpolitik. Mehr erfahren

Mentoring: Die HWK-Mentoringprogramme haben zum Ziel, interessierte Frauen an die Kommunalpolitik heranzuführen. Unsere Mentorinnen begleiten überwiegend junge Frauen, die noch kein oder erst vor kurzem ein Mandat in der Kommunalpolitik erworben haben. Die Mentoringprogramme beinhalten neben den Treffen und Gesprächen zwischen Mentorinnen und Mentees Qualifizierungsseminare und Trainings für beide Gruppen, die durch die EAF organisiert und begleitet werden. Mehr erfahren

Aktionen vor Ort: Die Preisträgerinnen erhalten für Aktionen vor Ort Unterstützung und werden bei der  Planung und Umsetzung lokaler Aktivitäten von der EAF beraten. Als Ideengeber steht außerdem ein Aktionsleitfaden zur Verfügung. Beispiele kürzlich umgesetzter Aktionen sind: Politische Frauenfrühstücke, Podiumsgespräche zum Thema Frauen und Politik, Politikmessen, ein politischer Tanz-Flashmob zum Equal-Pay-Day u.a.m.

Wanderausstellung "Mütter des Grundgesetzes": Anlässlich der ersten Preisverleihung des Helene Weber Preises am 5. Mai 2009 wurde die Ausstellung erstmals gezeigt und ist seitdem in ganz Deutschland unterwegs. Sie bietet eine gute Möglichkeit, Ziele und Anliegen des Helene Weber Kollegs zu verbreiten und weiterzutragen. Die Ausstellung kann von den Preisträgerinnen, aber auch von anderen kommunalen Multiplikator/innen als „Aufhänger“ genutzt werden, um bei sich vor Ort das Thema „Politische Partizipation von Frauen“ voranzubringen. Mehr erfahren

Internationaler Austausch: Das Projekt „Demokratie braucht Frauen! Tunesisch-deutsche Kooperation im Rahmen des Helene Weber Kollegs“ hat das Ziel, die politische Partizipation von Frauen in Tunesien gerade in Zeiten des demokratischen Auf- und Umbruchs zu stärken und gute Praktiken zur Gewinnung und Unterstützung von Frauen in der Politik zu verbreiten. Mehr erfahren