Die Namensgeberin: Helene Weber

Frauenbewegung, Sozialarbeit und politisches Engagement – diese Themen sind mit dem Namen Helene Weber aufs Engste verknüpft.

Helene Weber mit Bundespräsident Theodor Heuss

 

Am 17. März 1881 in Wuppertal geboren, wurde Helene Weber zuerst Volksschullehrerin und studierte anschließend Romanistik, Philosophie, Volkswirtschaftslehre und Geschichte. Von 1909 bis 1916 war sie Oberlehrerin in Bonn und Köln. 1911 trat sie in den Frauenstimmrechtsverein ein und arbeitete in dessen Propagandakommission.

1916 gründete Helene Weber die Soziale Frauenschule des Katholischen Deutschen Frauenbundes und blieb ihr Leben lang deren Vorsitzende. Ebenso war Helene Weber Mitbegründerin des Vereins katholischer deutscher Sozialbeamtinnen (1918) und leitete diesen bis 1933 ehrenamtlich. Zu Beginn des Dritten Reichs verlor sie aus politischen Gründen ihre Stellung im Ministerium und arbeitete von da an hauptberuflich als Vorsitzende des Vereins. Zur gleichen Zeit begann sie ihr Engagement im Katholischen Fürsorgeverein für Frauen, Mädchen und Kinder in Berlin.

Helene Weber war Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und 1919/1920 an der Entwicklung der Weimarer Verfassung beteiligt. Als erste weibliche Ministerialrätin der Weimarer Republik war sie Gestalterin wichtiger Bereiche der Sozial- und Wohlfahrtspflege in Preußen und vertrat neun Jahre lang die Zentrumspartei im Reichstag.

Am ersten September 1948 nahm der Parlamentarische Rat seine Arbeit zur Ausarbeitung des Grundgesetzes für die neue Bundesrepublik Deutschland auf. Nachdem Helene Weber bereits der verfassunggebenden Nationalversammlung der Weimarer Republik angehört hatte, wurde sie nun erneut Mitglied eines verfassungsgebenden Gremiums und mit Funktionen im Grundsatzausschuss und im Präsidium des Parlamentarischen Rates eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Von 1949 bis 1962 vertrat sie den Wahlkreis Aachen-Stadt im Deutschen Bundestag. Zugleich erweiterte sie ihren Wirkungskreis auf internationale und europäische Ebene (z.B. als Leiterin der deutschen Delegation beim Europarat 1957).

1952 wurde Helene Weber Vorsitzende des Müttergenesungswerks. Begonnen hat ihr langjähriges Engagement in der Sozial- und Fürsorgearbeit in ihrer rheinischen Heimat. Dank ihres großen Sachverstandes in der Sozial-, Frauen- und Jugendpolitik wurde ihr Rat zunehmend auf allen politischen Ebenen gefragt. Vorbildlich gelang ihr die Verknüpfung von ehrenamtlicher Arbeit in der Frauenbewegung, beruflicher Tätigkeit in Bildung und Verwaltung und politischem Engagement. Ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband starb Helene Weber 81-jährig am 25. Juli 1962 in Bonn.

 

Lesen Sie hier einen ausführlicheren Artikel über Helene Webers Leben und Werk, geschrieben von Helene Weber-Preisträgerin Ulla Thönnissen.