FRAUEN IN DER POLITIK

Sie meinen, Frauen sind längst in der Politik angekommen? Haben wir nicht eine Bundeskanzlerin, zahlreiche Ministerinnen und Parlamentarierinnen in Deutschland?

Aber wussten Sie, dass nur fünf Prozent der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Bürgermeister in Deutschland Frauen sind? Dass über 90 Prozent der derzeit 313 Landkreise in Deutschland von Männern geleitet werden? Richtig ist, dass in den letzten Jahrzehnten der Frauenanteil im Bundestag, in den Länderparlamenten, sowie bei den Stadt- und Gemeinderäten kontinuierlich zugenommen hat. Noch in den 60er und 70er Jahren lag er bei unter zehn Prozent und entsprach damit in etwa dem Anteil der Frauen in der ersten Nationalversammlung 1919 in Weimar. Aber auch heute noch gibt es eine Menge zu tun! Die Frauenanteile auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene stagnieren seit Jahren.

Mehr über Frauen in der Politik erfahren Sie in unserem Wegweiser "Parität in der Politik".

Warum ist das so?

Politik ist ganz klar eine Frage von Zeit und damit von Vereinbarkeit mit anderen Lebensbereichen wie Beruf und Familie. Da Frauen auch heute noch wesentlich stärker in familiäre Pflichten eingebunden sind als Männer, fehlt es ihnen oft schlicht an dieser Zeit. Darüberhinaus gelten männlich dominierte Strukturen als einer der Hauptgründe, die Frauen vom Schritt in die Politik abhalten.  Dabei geht es um häufig unreflektierte kulturelle und strukturelle Mechanismen, die Frauen trotz vorhandenen Ehrgeizes und passender Qualifikation von außen gewissermaßen „ausbremsen“. Auch erleben Frauen wenige Vorbilder und werden seltener als Männer angesprochen und ermutigt, ein Mandat zu übernehmen. Manche  trauen sich Politik nicht zu, obwohl gerade für den kommunalpolitischen Einstieg gesunder Menschenverstand und die Bereitschaft, sich einzuarbeiten, ausreichen.